Dienstag, 16. Januar 2018

Was so alles passiert ist/ Auslandspraktikum

Holaaaaa meine amores,
ich bin ja gespannt, ob sich diesen Blogpost jeeemals jemand durchlesen wird, wahrscheinlich eher nicht, zumindest nicht, bevor ich in Facebook angekündigt habe, dass ich diesen Blog weiterführe.
Ja, ziemlich genau ein Jahr ist mein letzter Blogpost her. Und ich dachte, bevor ich den Anlass dieses plötzlichen Eintrags eröffne, erzähl ich erstmal, wie meine ganze Spanien- History so weiterging, auch wenn ich jetzt seit 1 1/2 Jahren wieder in Deutschland lebe. Spanien hat mich nämlich letztendlich doch ziemlich für die Zukunft geprägt. Ja, ZIEMLICH.
Wie oft war ich seit dem letzten Post in Spanien? Ganze 4 mal :D 2 mal davon in Málaga (5 Tage im Mai, und ja, ich habe ein paar Unitage geschwänzt *hust*, dann 2 Wochen im Sommer, Feria eingeschlossen), im Oktober mit ein paar Unileuten für 6 Tage in Valencia und jetzt über Silvester 6 Tage in Madrid mit der wundervollen Luzie <3. Aber dazu gleich.
Fakt ist- ich hatte damals extrem viel von der spanischen Kultur übernommen. Ich bin ein totaler Feier-Mensch geworden, ich sag zum Feiern nahezu nie nein, es sei denn, ich muss lernen. Den spanischen Kleidungsstil habe ich bis heute so beibehalten und habe wahnsinnig Probleme, in Deutschland Klamotten zu finden, die mir gefallen. Ich höre nach wie vor spanische Musik und es gibt keine Partys, auf denen ich mehr abgehe, wie auf Latinopartys, mit Reaggeton kriegt man mich immer :D. Ich raste immer aus, wenn ich irgendwo spanisches Essen bekomme, ich kann an keinem Churro- Stand vorbeilaufen, ohne mir welche mitzunehmen (auch, wenn die lange nicht so schmecken wie in Spanien). Ich bin sehr viel offener als früher, sehr viel spontaner und ich glaube auch irgendwie lebensfroher. UND- ich fühle mich immer unfassbar zuhause in Spanien. In Málaga natürlich besonders, aber auch in Valencia und Madrid habe ich mich direkt heimisch gefühlt.
Außerdem habe ich nach wie vor viel Kontakt mit meinen spanischen Freunden. Bzw. schreibe ich nur mit einer kontinuierlich und mit dem Rest nur ab und zu, aber jedes Mal, wenn ich dort bin, ist es, als sei ich nie weg gewesen. Das Vertrauensverhältnis ist einfach immer noch da.
Aber nicht nur mit meinen spanischen Freunden habe ich Kontakt, sondern auch mit ein paar wenigen Austauschschülerinnen aus meiner Ex- Organisation. Mit Nicole, meiner italienischen Gastschwester, schreibe ich bis heute super regelmäßig und Luzie, eine Deutsche, die damals ein Jahr in Valencia war und mich im Winter nach Madrid begleitet hat, war inzwischen 4 mal bei mir und einmal auch zusammen mit Lena, auch einer Ex- Austauschschülerin aus Österreich. Und dann gibt es natürlich noch meine allerliebste Daria, die ich auf keinen Fall vergessen darf, wer meinen Blog von Anfang an verfolgt haben sollte, kann sich vielleicht noch an sie von den Austauschschülertreffen erinnern,haha. Ja, Daria war eigentlich in Argentinien, aber da die Kulturen doch nicht sooo unterschiedlich sind, wir jetzt die selbe Musik hören und etwa den selben Grad an Crazyness haben :D, sind wir inzwischen ziemlich gut befreundet und machen liebend gerne die Latino-Partys in unserer Gegend unsicher.
Und ja, sogar zur Organisation direkt habe ich noch Kontakt. Diesen Sommer auf der Feria de Málaga habe ich witzigerweise die Instastory einer Mitarbeiterin von Interhispania (Partnerorga von Interkultur) gesehen, mit der ich mich schon immer sehr gut verstanden hatte, vor allem, weil uns nur 2 Jahre Alter trennen. Sie hatte in der Story als Standort eine Bar in Málaga markiert, die ich kannte, weshalb ich sie sofort anschrieb und sie fragte, ob sie auch in Málaga sei und sie meinte ja. Und siehe da- in der kommenden Nacht haben wir uns auf der Feria getroffen und ein bisschen geplaudert:) Seit dem hatten wir sporadisch immer mal wieder Kontakt und als feststand, dass Luzie und ich über Silvester nach Madrid fliegen würden (ursprünglich war das eine Reise, die ich mit Nicole geplant hatte, um sie wieder zu sehen. Da sie aber letztendlich nicht fliegen konnte, ist Luzie für sie eingesprungen) habe ich ihr sofort bescheid gesagt, da sie in Madrid wohnt. Und so lieb wie sie ist, hat sie uns an Silvester auf eine wunderbare Houseparty von der Freundin ihres Cousins mitgeschleppt, wir hatten so unfassbar viel Spaß und ich bin ihr so dankbar dafür <3.
Auch mit Ismael ist der Kontakt nicht ganz tot. Er schickt jedes Jahr Weihnachtsgrüße, schreibt mir auch jetzt nach 1 1/2 Jahren noch eine Bescheinigung für mein Auslandsjahr, weil ich die bald für eine Bewerbung brauche und generell vergisst er glaube ich so schnell niemanden seiner Austauschschüler.
Ja, so viel zu dem, was mich bis heute geprägt hat. Vielleicht noch kurz zu meinem Spanisch- Ja, es ist schlechter geworden. Der Fluss ist ein bisschen verloren gegangen und ich muss alles akustisch sehr gut verstehen, um nach wie vor so gut folgen zu können. Aber ich komme immer recht schnell wieder rein, wenn ich ein paar Tage in Spanien bin, aber so wie vorher ist es nicht. Das Einzige, was ich glaube ich wirklich verbessert habe, ist die Grammatik, das kam einfach denk ich durch die Uni, ein bisschen was lerne ich da ja schon ;)
So, und JETZT komme ich zum Punkt- wie geht es weiter??
ICH MACHE EIN AUSLANDSPRAKTIKUM! IN MÁLAGA!!!
In einem vorherigen Post habe ich schon einmal erwähnt, dass ich gerne ein Auslandssemester in Málaga machen wollte. Noch einmal längere Zeit mit meinen Freunden sein, diesmal ohne Gastfamilie, die mir Dinge vorschreibt- das war einfach mein Traum. Da das über Erasmus nicht ging, habe ich es als Freemover versucht. Und ich habe wirklich gekämpft dafür mit allen Mitteln. Aber leider hat mir die Universidad de Málaga einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Tja, da war Kathi sehr traurig. Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben;)
Ich wusste, dass man sich statt einem Semester an einer spanischen Uni auch ein Praktikum in Spanien als Auslandssemester anrechnen lassen kann(ist bei uns im Studiengang Pflicht). Es muss mindestens 3 Monate lang sein und fachlich etwas mit dem Studiengang zutun haben. Also versuchte ich, mir einen Praktikumsplatz in Málaga zu suchen. Das war aber letztendlich echt schwer. Ich hatte ja auch gar keine Ahnung, wie man eine spanische Bewerbung schreibt. Letztendlich habe ich mich dazu entschieden, eine Organisation zu beauftragen. Bei der Organisationssuche habe ich sehr zwischen GLS und Practigo geschwankt und mich letztendlich für GLS entschieden, weil sie bessere Bewertungen hatte. War ein bisschen dumm, weil Practigo in Spanien die Partnerorganisation von GLS ist und hätte ich mich direkt bei ihnen beworben, wäre es 100€ billiger gewesen :D Aber naja, Fakt ist- alles ging super zügig und zuverlässig über die Bühne, sie haben mich per Telefon genau gefragt, was für ein Praktikum ich wo suche, was es für Kriterien erfüllen muss, wie lange, ob ich eine Unterkunft brauche etc...Letztendlich musste ich auch ein Telefonat auf Spanisch mit einer spanischen Mitarbeiterin führen, damit sie mein Spanisch-Niveau feststellen konnten. Nach etwa 3 Wochen hatte ich dann auch schon einen Praktikumsplatz- an der Sprachschule OnSpain mitten in Málaga, die Spanischkurse für Ausländer anbieten. Ich werde dort von Ende Februar bis Mitte Juni arbeiten und dann noch bis Ende August die Ferien in Málaga verbringen <3. Am 9. Februar fahren meine Mama und ich mit dem Auto los. Ja, mit dem Auto. Ich habe es satt, mein Auto in Málaga nicht vor Ort zu haben, das war schon sehr anstrengend in meinem Auslandsjahr. Wir werden also um die 3 Tage brauchen und in Avignon und Peñíscola Halt machen. Dann werde ich erstmal bei einem Freund wohnen, so lange, bis ich eine Wohnung gefunden habe, meine Mum wird nach 3 Tagen zurück nach Deutschland fliegen. Ich freue mich waaaaaaaahnsinnig, bin aber auch sehr aufgeregt und gespannt, was mich erwartet. Ein bisschen fühle ich mich schon wieder so, wie damals vor dem Auslandsjahr in Spanien. Aber natürlich ist der Angst-Faktor viiiiel geringer, als damals, weil alles lange nicht so ungewiss ist wie damals, ich die Sprache spreche, Freunde dort habe und mich in der Stadt auskenne. Aber es ist trotzdem super aufregend und es wird sicher noch einmal eine andere Erfahrung.
Ja, genau deswegen möchte ich zumindest versuchen, diesen Blog wieder zum Leben zu erwecken, auch wenn ich nicht weiß, wie häufig ich schreiben werde. Und auch nach diesem Halbjahr wird meine Spanien-Story noch nicht vorbei sein, weil ich plane, spätestens im Master trotzdem noch einmal ein Erasmus- Semester einzulegen, zwar dann nicht in Málaga, aber in Sevilla, Valencia oder Madrid. Und selbst danach wird es vermutlich noch nicht vorbei sein, auch wenn ich noch nicht weiß, in welche Form sich das dann entwickeln wird. Fakt ist- Spanien, ganz wirst du mich nie wieder los <3
Os mando muchísimos besos,Kathi

Donnerstag, 5. Januar 2017

2. Rückkehr nach Málaga& mal wieder Unterschiede Deutschland- Spanien

Meine Lieben,
Ja, ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass ich geschrieben habe und vermutlich schaut in diesen Blog auch eh keiner mehr rein, aber ich hatte gerade einfach Lust, euch von meiner Rückkehr nach Spanien nach ziemlich genau 5 Monaten zu berichten.
Nach der Feria im August wurde die Freundschaft zu meinen Mädels da unten in Málaga erstmal auf die Probe gestellt, denn diesmal waren es nicht nur 6 Wochen, sondern ganze 5 Monate, die wir nun getrennt sein würden und es machte mir doch sehr Angst, dass man den Kontakt oder den Bezug zueinander verlieren könnte. Zudem habe ich im Oktober mit meinem Studium begonnen, was natürlich mit Umzug, viel lernen und vor allem mit vielen neuen Leuten verbunden war. Dementsprechend stellte ich mir es doch etwas schwer vor, den Kontakt aufrecht zu erhalten, weshalb ich mir umso mehr Mühe gegeben habe- und es hat sich ausgezahlt. Mit meiner besten, spanischen Freundin habe ich am Anfang täglich, später dann mindestens 2 mal die Woche geschrieben und sie hat mir immer alles detailliert erzählt, was sie machen und was so alles passiert ist und mich ständig auf dem Laufenden gehalten. Mit 2 weiteren, sehr engen Freundinnen dort hatte ich ebenfalls regelmäßig Kontakt. Mit dem Rest zwar nur sehr sporadisch, aber als ich am 28. 12. nach Málaga flog, war es wirklich, als sei ich nie weggewesen. Meine Freundin, bei der ich die Woche über bleiben sollte, hatte mich vom Flughafen abgeholt und ich war wirklich der glücklichste Mensch auf der Welt. Wir haben jeden Tag etwas unternommen, und meine Freundin hat dafür gesorgt, dass ich wirklich jeden sehe, was wirklich unglaublich schön war. Wir sind durch die Bars gezogen, haben Tapas gegessen, sind feiern gegangen, haben zusammen die 12 Trauben an Silvester gegessen und das Jahr natürlich mit einer Fiesta ausklingen lassen, haben Brettspiele gespielt, uns die Weihnachtslichter der Innenstadt angeschaut usw... Es war sehr viel entspannter als damals während der Feria, weil wir einfach viel weniger Stress hatten und ich hab es einfach in vollen Zügen genossen. Mein Heimflug war demnach mal wieder sehr tränenreich, aber wahrscheinlich wird der Abschied für nicht sehr lange gewesen sein. Ich plane nämlich schon sehr eifrig ein Auslandssemester in Málaga, was sich nur leider als sehr kompliziert herausstellt, da meine Uni keine Partnerschaft mit der Uni Málaga hat und ich als Freemover gehen muss, was unter anderem wahrscheinlich bedeutet, dass ich mich dort in Studiensekretariat persönlich vorm 15. Mai vorstellen muss. Sehr sehr unpraktisch für mich, was den Zeitraum angeht, aber so komme ich zumindest nochmal für ein paar Tage hin, bis ich schließlich irgendwann im Sommer wieder hinfliegen werde.
Nun erstmal ein paar Fotos:







Nun, da ich mittlerweile einfach auch den direkten Vergleich habe, sind mir irgendwie nochmal viel mehr Dinge aufgefallen, die Spanier anders machen als wir. Deswegen mache ich jetzt nochmal eine kleine Liste an Unterschieden. Seid mir aber nicht böse, wenn ich mich wiederhole, ich habe die Unterschiede-Posts nicht nochmal gelesen davor:
1. Jeder spanische Haushalt hat eine Fritteuse oder so einen Frittiertopf mit Frittierfett drin, weil einfach so viel Frittiertes gegessen wird
2. Spanier glauben wirklich ganz fest daran, dass kalte Getränke bei Halsschmerzen gaaaaaaaanz schlecht sind und glauben im Leeeben nicht, dass etwas kaltes im Hals eventuell die Schwellung nehmen könnte. In Restaurants wird auch bei der Bestellung von Wasser immer gefragt, ob es zimmerwarm oder kalt serviert werden soll und die Mehrheit bestellt es sich tatsächlich zimmerwarm.
3. Spanier HASSEN Wasser mit Kohlensäure
4. Keine Mahlzeit ohne Weißbrotbeilage
5. Gin und Wodka trinkt man hier nicht mit Bitterlemon, sondern mit Fanta Lemon. Find ich ja persönlich viel besser
6. Nutella ist hier nicht die einzig wahre Nuss-Nougat-Creme, NEIN, es gibt auch noch Nocilla. Die Meinungen sind da doch tatsächlich 50 50, was nun besser sei, aber ich bin und bleibe Nutella-Fan, Nocilla ist mir zu süß
7. Spanier sind eigentlich so gut wie immer Fleischesser und dass es auch sowas wie Vegan gibt, ist ihnen völlig schleierhaft, Veggieburger gibt's im Mcces auch nicht
8. Sprit wird in Spanien vorher bezahlt, dann wird für das bezahlte Geld Sprit freigeschaltet und du tankst es, bei manchen Tankstellen wird aber auch für dich getankt
9. Außerdem gibt es auch an den Tankstellen neben Waschanlagen immer so einen Stand, wo man meist für etwa 1€ sein Auto selber abspritzen kann
10. Spanier bringen beim McDonald's ihr Tablett nie weg. Dazu sei ja das Personal da^^
11. Angestoßen wird meistens nur bei Shots oder Sekt. Richtig funktioniert das so: man hebt das Glas, stellt es auf den Boden/Tisch einmal kurz ab, man hebt es wieder und stößt an und trinkt dann. Der passende Spruch dazu lautet: "Arriba, abajo, al centro y pa dentro" was heißt: "hoch, runter, in die Mitte und rein damit!"
12. Viele Spanier schälen sich die Silvester-Trauben vor den Glockenschlägen, damit sie sie schneller essen können
13. Sangría ist in Málaga zumindest ein totales Touri- Getränk- ich habe noch nie mit Spaniern zusammen Sangría getrunken und manche kennen es nichtmal. Stattdessen trinkt man hier Tinto de Verano oder einfach Bier
14. In Spanien muss die Person auf Blitzerbildern nicht erkennbar sein, sie muss in jedem Fall zahlen, dafür habe ich aber auch noch nie mobile Blitzer in Spanien gesehen
15. Auf den Autobahnen herrscht übrigens Höchstgeschwindigkeit 120km/h
16. Ich glaube, dass ich es schonmal erwähnt habe, aber so richtige heiße Schokolade gibt's hier nicht. Wenn man es wörtlich als "Chocolate caliente" bestellt, kriegt man so eine puddingähnliche Schokolade, die auch für Churros serviert wird, oder man bestellt sich einen "Cola cao", wo man ein Glas mit heißer Milch bekommt und ein Päckchen Kakaopulver von der hier super berühmten Marke Cola Cao bekommt, was man sich selber rein mischen kann und dan  meist auch noch ein Päckchen Zucker, falls es einem nicht süß genug ist. Was ich allerdings null verstehen kann, weil Cola Cao wirklich bappsüß ist und ich sowieso nicht verstehe, warum diese Marke hier Nesquik überholt hat, aber gut
17. An Besteck wird nur das hingelegt, was auch wirklich benötigt wird. Gibt's nix zu schneiden, gibt's auch kein Messer
18. Kann ebenfalls sein, dass ich es schonmal gesagt habe, aber anstatt eine dicke Decke zu nehmen, benutzen die Spanier im Winter 5 dünne
19. Ein Fernseher ist das größte Musthave im spanischen Haushalt. Fast in jedem Zimmer steht einer und fast immer läuft er
20. Teppichboden findet man eigentlich nirgends. Meistens haben spanische Häuser Fliesen, damit es im Sommer nicht so heiß wird
Joa, mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein. Vielleicht werde ich mich nochmal melden zu dem Bewerbungsverlauf von der Uni und berichte euch, wie das Ganze dann letztendlich ausgegangen ist.
Bis dahin- muchos besos,
Kathi



Dienstag, 13. September 2016

Feria de Málaga

Holaaaa,

Ja ich weiß, laaang ists jetzt her, dass ich mich gemeldet habe, aaaber ich habe euch ja versprochen, nochmal einen kleinen Bericht über die Feria zu erstatten. Für die, die es nicht mitbekommen haben- Ich war im August noch einmal eine Woche in Spanien, einmal um meine Freunde zu besuchen und andererseits, weil die Feria de Málaga stattfand, was hier ein riesen Event ist. Nochmal kurze Erklärung dazu- In Málaga ist die Feria ein wahnsinnig großer Jahrmarkt, der auf einem Gelände namens "El Real" aufgebaut wird, das ausschließlich für die 9 Tage, an denen das Event stattfindet, genutzt wird. Das Gelände wird dann in verschiedene Parts unterteilt. Ein Teil beinhaltet vorwiegend Fahrgeschäfte- und zwar eeecht viele und teilweise echt große! Dann gibt es noch eine von mir sogenannte "Fressstraße", also eine Reihe an Fressständen, wo Hamburger, Bunoelos, Papas Asadas, Hot Dogs und so ziemlich alles, was das Herz begehrt verkauft werden, sowie Haarblumen und bunte Fecher, dazu komm ich gleich noch. Dann ein großer Platz mit einer Konzertbühne, auf dem der einzige Bereich ist, wo es erlaubt ist, "vorzuglühen", sprich hier darf Alkohol mitgebracht und getrunken werden, sonst nirgendwo. Den größten Teil nehmen aber die sogenannten "Casetas" ein. Das sind Hütten, in denen Musik gespielt wird und quasi kleine Diskotheken darstellen. Es gibt Casetas für jede Altersklasse und für jeden Musikgeschmack, außerdem Casetas, in denen vor allem Essen verkauft wird. Ansonsten noch ein großer Eingangsbereich und eine große Bushaltestelle, denn in der Feria fahren ALLE Buslinien direkt dort hin, und das bis 6:30 am Morgen.

Nunja, ich saß nun in meinem Flieger zu meiner Lieblingsstadt und konnte es echt nicht abwarten. Meine Freundin, bei der ich die Woche verbringen sollte, wollte mich am Flughafen abholen und ich wollte sie einfach nur noch sehen und in die Arme schließen. Als der Moment dann eeeeendlich kam, sind wir beide total ausgerastet. Es war soooo schön! 

Wir sind dann zu ihr nach Hause, haben Camperos bestellt (best thing in life) und sind dann mit 2 anderen Freundinnen ins Zentrum gefahren, weil am Hafen das Eröffnungsfeuerwerk stattfinden sollte. Das Feuerwerk war echt schön und ich war einfach nur total glücklich, meine Freundinnen wieder zu sehen. Danach sind wir noch in eine Bar am Hafen und haben die Boote im Mondschein betrachtet, es war sooo schön!

Am nächsten Tag ging es dann richtig los- Wir sind ab zur "Feria del Día". Die Feria ist sowohl tagsüber, als auch nachts geöffnet, aber es ist doch sehr verschieden. Tagsüber hat mir persönlich besser gefallen. Es ist gut was los, aber auch nicht zu viel, so dass man nicht Schlange stehen muss, man bekommt überall "Tinto de verano", ein typisch andalusisches Mischgetränk was aus Rotwein und Sprite besteht,geschenkt und mit ein bisschen Glück sogar Drinks und Shots, sowie Gratis-Paella. Ich war aber am ersten Tag erst einmal total überwältigt von der Größe und der Schönheit! Am Tag passieren Reiter mit Pferden oder Kutschen die Gassen zwischen den Casetas, alle haben ihre teilweise wunderschönen Fecher dabei( Ist ein absolutes Muss, da es im August soooo heiß wird!) oder Blumen im Haar und viele Frauen kommen auch in traumhaften Flamenco-Kleidern. Wir sind von einer Caseta zur nächsten gezogen und ich habe schon am ersten Tag so gut wie ALLE wieder gesehen und es war soooo toll, die Freude war echt überwältigend! 

Wir hatten einen total lustigen und schönen Tag und um 10 sind wir dann nach Hause, um uns umzuziehen und zu duschen und sind dann um halb 1 bereits wieder losgezogen zur "Feria de la noche" zu gehen. Gerade in der ersten Nacht war es unfassbar voll und die Schlangen vor den Casetas waren extrem! Außerdem bekommt man nachts normalerweise nichts mehr geschenkt, viele Casetas verlangen dann von den Männern vor allem auch Eintritt. Aber es war trotzdem sehr lustig, weil man immer wieder neue Leute kennen gelernt hat. 

Joa, so ging es dann quasi jeden Tag. Tagsüber von 15-23 Uhr und Nachts von 1-6:30 uhr auf der Feria :D Die einzige Abwechslung, die wir gemacht haben, war, dass wir einen Tag auf die "Feria del Centro" gegangen sind, denn ja, auch im Stadtzentrum findet eine Feria statt. Hier stehen allerdings weder Fahrgeschäfte, noch Casetas, noch Fressstände, nur sind alle Bars und Diskotheken tagsüber geöffnet und alles viel billiger als sonst. Aber diese Feria findet auch nur ausschließlich tagsüber statt. Außerdem sind wir an einem Abend mit der Familie meiner Freundin gemeinsam zum Rummel, weil der kleine Bruder meiner Freundin jedes Jahr Fahrgeschäfte fahren will und da sich keiner getraut hat, bin ich den ganzen Abend mit ihm gefahren :D 

Es sind so viele Sachen in dieser Woche passiert und es wurde trotz immer der selben Routine nie langweilig. Allerdings wurde es immer und immer heißer (An meinem letzten Tag 43°C) und die Kraft durch den Schlafmangel und die Anstrengung immer und immer weniger. Nach der Woche war ich dann erstmal krank :D 

Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich würde es jederzeit wieder tun und das Schönste für mich war einfach, wieder eine Woche mit meinen Freunden sein zu können. Ich werde auch wahrscheinlich in den Weihnachtsferien wieder nach Málaga fliegen und Silvester dort verbringen.

Bis dahin heißt es nun- studieren. Lehramt auf Spanisch und Geographie. Mal sehen, wie ich mich vor allem in Spanisch so schlage. Aber so vergeht die Zeit bis Silvester wenigstens hoffentlich schneller.

Hasta luego,

Kathi







Dienstag, 5. Juli 2016

Bilder meiner letzten Woche

 Die letzten Fiestas mit meinen Mädels :(


 Marbella




 Alhambra, Granada





Ehhhm
 Wir leben noch!

 Letzter Abend :( <3

Sonntag, 3. Juli 2016

Home sweet home

Hola,

Ja, ihr seht richtig, ich bin mittlerweile Zuhause.

Komisches, gemischtes Gefühl, aber nicht schlecht. Man merkt doch, was es wert ist, einfach in seiner Heimat zu sein.

Jetzt aber erstmal zu meinen letzten Tagen:

Während ich mit meinen Freunden die Sommertage am Strand genossen habe, rückte der Tag, an dem meine Eltern in Spanien ankommen sollten, immer näher. Gerade die letzte Nacht davor und der Tag selber waren nochmal ziemlich aufbrausend. Denn am 23. Juni war in Málaga "Noche de San Juan", eine Nacht, die man mit seinen Freunden einfach am Strand sitzt und der von Strandkonzerten klingenden Musik lauscht. Nachdem ich den kommenden Morgen früh aufstehen musste, da ich die Nacht bei einer Freundin verbracht habe und erstmal nach Hause fahren musste, hieß es dann schon fast direkt mich mit einer Freundin der finnschen Austauschschülerin treffen, um deren Abschiedsparty zu organisieren, die dann am selben Nachmittag noch stattfand und eine Überraschung sein sollte, die auch gelungen ist!

Direkt danach ging es für mich weiter an den Flughafen, um meine Eltern abzuholen. Sie wieder in die Arme schließen zu können, war unbeschreiblich!

Wir haben dann unser Mietauto abgeholt und sind dann ins Hotel gefahren, was ich bewusst ausgesucht hatte, da es in der Nähe meiner Freunde war. Es lag auf einem Berg, von dem man die ganze Stadt sehen konnte und es war sehr klein, aber wirklich sehr schön!

Am Abend hab ich sie dann zu einem einer Dönerbude vergleichbarem Restaurant gebracht, um Camperos zu essen, meinen Eltern hat es aber geschmeckt, hahaha.

Am nächsten Tag ging es dann zu meiner Gastfamilie, um meine Sachen zu holen. Freunde, ich sag euch, Packen nach einem Auslandsjahr ist vielleicht ein Spaß! Ich hatte letztendlich 2 Pakete a 7kg verschickt und hatte trotzdem noch 4kg Übergepäck mit 2 Koffern, was mich dann 40€ gekostet hat :(

Dann sind wir an den Hafen zum Mittagessen und dann durchs Zentrum getourt, um meinen Eltern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zeigen. Nichts konnte mich aber davon abhalten, in der Nacht nochmal mit meinen Freunden feiern zu gehen und in dieser Nacht musste ich mich auch schon von der ersten Person verabschieden :( 

Meine richtige Abschiedsfeier fand aber am folgenden Tag bei einer Schaumparty am Nachmittag statt und wir ließen nochmal so richtig die Korken knallen! Ich hab wirklich die süßesten Freunde, die man sich vorstellen kann <3

Montag bin ich dann mit meinen Eltern und einer meiner besten Freundinnen nach Marbella gefahren und haben uns die Stadt und den Hafen mit den teuren Yachten und Autos angeschaut und wir haben selbstverständlich auch ein Foto mit einem Ferrari gemacht B) Es war auch das erste Mal, dass meine Eltern eine spanische Freundin von mir kennen gelernt haben und es war ziemlich witzig mit der Kommunikation, da ich dauerhaft übersetzen musste, aber es ging besser, als erwartet!

Dienstag hatte ich dann eine Tanzaufführung meines Tanzstudios, wo ich Contemporary getanzt habe und es hat wirklich enorm viel Spaß gemacht und außer meinen Eltern sind sogar 2 Freundinnen gekommen, um mich zu sehen, was mich echt gefreut hat! Danach sind wir dann noch in einen Italiener mit Blick über die ganze Stadt und Livemusik essen geganen und es war ein wunderschöner Abend!

Mittwoch sind wir dann nach Granada zur Alhambra, dem großen Palast gefahren. Es war echt beeindruckend und schön und man konnte von dort aus ganz Granada sehen, aber es war auch unfassbar heiß, sodass wir unsere eigentlich danach geplante Tour durch die Stadt auf ein Minimum verkürzt haben und dann direkt wieder nach Málaga gefahren sind, um am Strand bei kleinem Lüftchen Abend zu essen. Apropos, ich musste mich auch erstmal wieder daran gewöhnen, dass meine Eltern so früh zu Abend essen! Genauso wie meine Eltern sich erstmal an die Unzuverlässigkeit und den wilden Straßenverkehr Spaniens gewöhnen mussten, hahaha. 

Donnerstag ließen wir es dann entspannt angehen und wir sind mit einer meiner Freundinnen zum Strand von Torremolinos gefahren und haben uns dort Liegen gemietet. Ich kam dann auf die tolle Idee, dass wir ja dieses Sofa fahren könnten, was im Meer von einem Boot hinterher gezogen wird, weil ich das in der Türkei schonmal gemacht hatte und das echt cool war. Nunja, gesagt, getan- eine halbe Stunde später saßen wir dann in einem komischen, runden Sessel, bei dem man sich gegenüber und nicht nebeneinander saß, so wie ich es kannte. Außerdem bekamen wir zusätzlich zur Schwimmweste auch noch Helme, was mir leicht Angst gemacht hatte. Das auch zurecht :D Ich wäre einige Male wirklich fast rausgeflogen und zwischendurch stand der Sessel wirklich senkrecht in der Luft und hätte sich fast überschlagen! Meine Freundin und ich haben uns aber danach vor Lachen kaum eingekriegt und unsere Arme haben vom Festhalten richtig gezittert und als wir dann in eine Strandbar Mittag essen gegangen sind, konnten wir beide die Arme kaum heben und wir kamen uns richtig dumm vor :D Wir haben beide immer noch Muskelkater.

Wir haben den Tag dann noch genossen und am Abend haben meine Eltern dann all meine Freundinnen zum Tapas essen eingeladen und es war wirklich schön! Der Abschied fiel dann dementsprechend schwer und es flossen viele Tränen. Ich habe sie wirklich sehr ins Herz geschlossen und kann es kaum erwarten, sie im August wieder zu sehen, auch wenn ich weiß, dass es nie wieder so werden wird, wie es einmal war. Am letzten Tag habe ich dann noch einmal einen Abstecher zu meiner besten Freundin gemacht, um auch deren Familie nochmal zu sehen und es tat unfassbar weh, sie zurückzulassen. Der Flug war danach dementsprechend sehr nachdenklich, es ist einfach unfassbar, was man sich in einem Jahr alles aufbauen kann. 

Jetzt bin ich zurück in Deutschland, mit wahren Freunden in Spanien, so gut wie fließendem Spanisch und ich denke auch mit deutlich mehr Reife. Ich wurde aber sehr süß von meiner besten Freundin hier empfangen und ich habe so gut geschlafen wie schon Ewigkeiten nicht mehr und ich muss sagen, Zuhause ist nunmal einfach Zuhause! 

Mein letzter Post wird dieser denke ich nicht gewesen sein, da ich nach der Feria im August vermutlich nochmal berichten werde. Auch wenn ich nie sonderlich regelmäßig geschrieben habe, will ich mich trotzdem bei allen bedanken, die meinem Blog gelesen und sich dafür interessiert haben, was ich so treibe.

Un besito,

Kathi

PS: Bilder kommen nochmal demnächst in einem Extra-Post!

Montag, 13. Juni 2016

Die Tage sind gezählt...

Hola chicos,
Ja, der Titel sagt schon alles. 18 Tage. Unfassbar irgendwie und totales Gefühlschaos.
Wie ihr ja wisst, habe ich ja auch inzwischen keine Schule mehr. Wie ich im letzten Post ja schon angedeutet hatte, bin ich in diesen, komplett schulfreien Monat mit etwas Angst gestartet, viel alleine zu sein und mich zu langweilen. Ich wurde aber bereits mächtig vom Gegenteil überzeugt!
Nie hatte ich eine Zeit hier, wo ich mich so dazugehörig gefühlt habe, so viel Vertrauen in einige Personen gefasst habe und so sehr die spanische Kultur, Wetter und die Vorzüge der Stadt genossen habe. Kaum einen Tag verbringe ich mittlerweile, wo ich nicht tagsüber am Strand, Pool der Tante einer Freundin oder die Nacht bzw. den Nachmittag durchfeiern bin. Ich meine auch, behaupten zu können, dass ich niemals in meinem Leben so braun war und ich werde sogar dauernd von den Spaniern darauf angesprochen, dass sie nie gedacht hätten, dass eine Blondine wie ich so dunkel werden kann, haha.
Das Ambiente auf den Fiestas ist auch mittlerweile ganz anders.Die "Chiringuitos" (Strandclubs/bars) füllen sich immer mehr, die Kleidung wird knapper, die Stimmung ausgelassener. Außerdem war ich gestern auf meiner allerersten Schaumparty, was total genial war!
Außerdem proben wir in der Tanzschule, wo ich Contemporary angefangen habe, mittlerweile für eine Gala am 28. Juni und ich glaube, dass es richtig gut werden wird!
Ich habe in diesem Monat außerdem ein paar Leute, die ich zwar vorher schon kannte, aber die mir nie wirklich vertraut waren, viel besser kennen gelernt und stehe zu ihnen auf einmal komplett anders gegenüber. Dadurch hab ich auch mittlerweile festgestellt, wie viel offener ich geworden bin. Außerdem hatte ich gerade gestern wieder eine Nacht, die ich bei einer Freundin Zuhause verbracht habe und wir einfach im Bett noch 5 Stunden lang über die privatesten Dinge überhaupt geredet haben, was sowohl mir, als auch ihr, unfassbar erscheint, dass man sich nach nur 10 Monaten einem Menschen so öffnen kann. Mir wird bewusst, dass es nie mehr so sein wird, wie es in diesen 10 Monaten war. Auch, wenn ich inzwischen ein Flugticket nach Málaga im August für die Feria habe (Grooooooßes, einwöchiges Fest, wer genaueres darüber wissen will, kann es googlen) und ich mich unfassbar freue, meine Mädels nach meinem Verlassen schon bald wieder zu sehen. Dazu kommt aber auch die Trauer, dass Laura letztendlich mich nicht nach Deutschland begleiten können wird, da sie kurzfristig einen Sommerjob gefunden hat. Aber so sehr es mir auch weh tut, mein hier aufgebautes Leben zurückzulassen, ich freue mich unfassbar, meine Eltern zu sehen und ihnen Málaga zu zeigen (Wer es noch nicht weiß- meine Eltern kommen mich in meiner letzten Woche besuchen!), mit ihnen nach Hause zu fliegen, in MEINEM Haus in MEINEM Bett zu schlafen, meine Katze zu knuddeln, deutsches Essen zu essen und all meine Freunde wieder zu sehen.
Mit dem Deutsch scheint es aber denke ich lustig zu werden, da ich inzwischen einfach Sätze verdrehe oder spanische Expressionen aus Relfex einfach sage oder sie ins Deutsche übersetzen will und feststelle, dass dafür gar keine Übersetzung existiert.
Jetzt werde ich aber versuchen, meine letzten 18 Tage in vollen Zügen auszukosten!
Hasta luego,
Kathi

Dienstag, 31. Mai 2016

Adiós colegio!

Hola,
Wie der Titel schon sagt- ich habe meine spanische Schule zu Ende gebracht, wuhu!
Heute war der Tag, an dem ich mir meine Noten abholen konnte- und dementsprechend dort nie wieder aufkreuzen muss. Aber ich muss sagen, dass ich mich nicht ausschließlich darüber freue, immerhin war die Schule ein großer Bestandteil meines Auslandsjahres und ich habe darüber begonnen, meine Kontakte hier zu knüpfen und der Gedanke, dass ich diese Menschen nie wieder alle zusammen in dieser Konstellation sehen werde, ist schon etwas traurig. Außerdem hatte man so einfach eine Beschäftigung am Vormittag, auch wenn es dort für mich zum sterben langweilig war.
Übrigens muss ich zugeben- ich bin dieses Trimester wirklich in ALLEM durchgefallen. Sogar in Englisch, weil ich durch Sevilla das Examen verpasst habe, hahaha. Aber das stört mich nicht, ich war ja auch nicht in der Schule hier, um gute Noten zu schreiben. Aber da ich das noch nie so wirklich erwähnt hatte, dachte ich passe es jetzt ganz gut, mal so aufzulisten, wie die Schule sich von einer deutschen Schule unterscheidet. Nebenbei- einige Dinge mögen bei mir anders gewesen sein, da ich eben nicht in einer normalen Klasse, sondern in einem Grado Superior für Erwachsene war.
Los geht's:


- Spanische Schulen fangen später an. Meine ging um 8:15 los.


- Im Regelfall hat man in Spanien jeden Tag 6 Stunden Unterricht. 3 volle Zeitstunden, dann eine halbe Stunde "Recreo" (Pause) und wieder 3 Stunden, so eine ganz typische Endzeit ist hier 14:45 Uhr.


- Spanische Schulen sind ein bisschen wie ein Gefängnis. Unter 18-jährige dürfen das Schulgelände nicht verlassen, an meiner Schule sorgt dafür eine videoüberwachte Tür, bei der man klingeln muss, damit die Sekretärinnen sich auf ihrem Bildschirm angucken, ob du älter als 18 aussiehst und dir dann das Tor aufmachen.


- Spanische Schultoiletten sind sehr viel schmutziger, haben meist weder Klobrille noch Klodeckel und Klopapier gibt's sowieso nur im Sekretariat


- Das Schulhaus in der Pause zu verlassen ist keine Pflicht


-Ab und zu wird auf dem Schulhof Musik gespielt


- Auch beim Feueralarm soll das Schulgelände nicht verlassen werden, da trifft man sich auf dem eingezäunten Sportplatz. Ziemlich sinnlos.


- In der Pause isst jeder seinen Bocadillo (Belegtes Brötchen). Wenn man keinen dabei hat, kann man sich einen in der Cafetería kaufen, die richtig genial schmecken, weil sie in eine Sandwichpresse gepackt werden und dementsprechend dann warm und knusprig sind. Geht aber bloß nicht in der Pause selber zur Cafetería sondern zwischen den Schulstunden, sonst wird die Pause schon vorbei sein, wenn ihr nach langem anstehen endlich euren Bocadillo bestellen könnt


-Die Cafetería verkauft auch ungesundes Zeugs wie Donuts, Chips, Schokoriegel, Bonbons, Süßgetränke und Kaffee


- Das spanische Schuljahr ist nicht in Semester, sondern in Trimester unterteilt, sprich man bekommt 3 Zeugnisse. Insgesamt werden auch viel mehr Examen geschrieben und davon durchaus auch mehrere an einem Tag und eine beschränkte Anzahl für die Woche gibt es auch nicht, weshalb Spanier im Durchschnitt viiiiel mehr lernen. Hängt aber auch mit der nicht vorhandenen,mündlichen Mittarbeit zusammen.


- Hat man ein Examen nicht bestanden, gibt es normal sg. "Recuperaciónes", also Nachprüfungen.


- In Spanien herrscht Frontalunterricht, sprich der Lehrer redet, Schüler schreiben mit und dat wars. Ziemlich eintönig.


- Spanische Lehrer scheinen keine Ahnung von Erste-Hilfe-Maßnahmen zu haben, zumindest war das, was uns unser Lehrer für Arbeitsrecht zeigen musste, völliger Humbug.


- Fremdsprachenunterricht in Spanien ist Mist. Sorry, aber das muss ich einfach grade mal so sagen.


- Hat jemand Sport in der Schule, kommt diese Person in Sportklamotten zur Schule.


- Generell ist es auf öffentlichen Schulen quasi komplett egal, was man anzieht. Ob du im bauchfreien Top und super knappen Shorts oder im Jogginganzug ankommst- kein Lehrer wird dir was sagen. Bei Privatschulen hingegen ist normalerweise sogar Uniformpflicht.


- An meiner Schule gibt es jeden Morgen Parkplatz-Fight, jedes mal lautes Gehupe und ein völliges Durcheinander an Autos und ich habe nicht nur einmal gesehen, dass sich hier 2 Autos gestreift haben oder die Leute nach der Schule nicht fähig waren, ihr Auto an dem Berg meiner Schule rückwärts anzufahren und in das davor stehende Auto gerollt sind.


- Nicht volljährige müssen im Krankheitsfall persönlich von den Eltern in der Schule abgeholt werden, um nach Hause gehen zu können.


- Examen dürfen nicht behalten werden. Du darfst es dir anschauen, muss es dann aber dem Lehrer wieder zurück geben.


- Außer in der Grundschule werden Schulbücher nicht verliehen, man kauft sie. Die Meisten lassen sich aber die Schulbücher illegal in einem Copyshop kopieren.


- Spanische Schulen sind oft sehr viel schlechter ausgestattet, als deutsche.


- Spanische Lehrer duzt man und spricht sie mit Vornamen an.


So, mehr fällt mich spontan jetzt nicht ein. Ihr merkt- so begeistert von dem spanischen Schulsystem nicht. Also wer sein Auslandsjahr hier verbringen will, um gute Noten zu schreiben, wird sich sehr reinhängen müssen, da einfach unglaublich viel selbstständiges Lernen und Disziplin vorausgesetzt wird.
Jetzt bricht mein letzter Monat an, in dem ich probieren werde, meine freie Zeit vollständig auszukosten!


Hasta luego,
Kathi